Literatur des Expressionismus Robert Musil

dynamisch

"Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen, wie Menschen." [R. Musil]

Stilmittel des Expressionismus Friedrich Nietzsche

transitiv

"Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizont hat, so wird der innerste Wille selbst unruhig." [Nietzsche]

Literatur des Expressionismus

laut

"In einer Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung." [O. Wilde]

Bertolt Brecht und der Stil des Expressionismus

berauschend

"In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung." [B. Brecht]

expressionistische Literatur

lebendig

"Fragend, findet man die Stadt. [Anonym]"

23.7.15

Film Noir ::Microblog




Film Noir Infografik Teaser

Film Noir Infografik

Melanie Patrick eine Designerin, die sich vor allem auf die Gestaltung von Infografiken spezialisiert hat, hat eine interessante Infografik zum Thema Film Noir zusammengestellt. Zu finden in ihrem Portfolio auf Behance.

Wer Lust hat in die Welt des Film Noir einzusteigen, dem empfehle ich die kleine Filmesammlung (Link) als Einstieg. Dort sind einige Klassiker vertreten wie:
  • Briefe aus dem Jenseits
  • Die Blaue Dahlie
  • Die Killer
  • Zeuge Gesucht
  • Der unheimliche Gast
  • Unter Verdacht
  • Ministerium der Angst
  • Spiel mit dem Tode
  • Opfer der Unterwelt
  • Der Mann mit der Narbe

Film Noir Infografik

7.8.14

40

Stilmittel des Expressionismus

Wer kennt sie nicht? Die 40 Stunden Woche. Sie hat jeden schon mal erreicht. Ich habe damals die ersten Erfahrungen gemacht, was es heißt jeden morgen 2 Stunden zur Arbeit und 2 Stunden zurück zu fahren. Anstrengend, aber man hat unglaublich viel Zeit zum träumen und lesen.

40 
Bus, Zug, Bahn. 
Rasende Häuser, gekrümmte Landschaften, schlafende Felder. 
Brücken, Tunnel, Graffiti, Tageslicht, 
ein Gähnen, zu helles Licht, 
ein Nachtrauern an die Wärme des Bettes. 

Hochhäuser, Autos, ein Mensch, 
wieder einer und so weiter. Bahnhöfe, 
der Geruch von Kaffee oder Alkohol, 
ein Lächeln, ein schönes Gesicht, 
ein schlafendes. Rolltreppe, Fahrtwind, 
Durchsagen, abschweifen. 
Stehen oder sitzen? 

Warten...Aufstehen! (Einfach liegenbleiben), a
nstellen, mitlaufen. 
Tür auf, Tür zu, 
Neonlicht, 
hinsetzen, 
arbeiten.

13.3.14

Videodrome (1983) - David Cronenberg

Einführung

Videodrome zählt zweifelsohne zu den, sagen wir mal verstörenden Filmen. Dafür ist David Cronenberg bekannt. Von ihm stammen auch andere Filme wie eXistenZ (warum eigentlich diese Schreibweise?). Heute bespreche ich aber mal ein anderes seiner fleischigen Meisterwerke. Fleischig, weil Cronenberg eine ganz eigene Ästhetik hat, die er in seinen Filmen zum Besten gibt. Wer nicht gern die Handlung des Filmes vorweg genommen haben möchte, sieht ihn sich hier als Stream vorher an.

VHS-Cyberpunk?


Röhren-TV, VHS, Camcorder, Kassettenrekorder. Wer muss dabei nicht irgendwie an die 80er Jahre denken? Dieses Jahrzehnt und seine Kultur lebte von diesen neuen Medien. Da liegt es nahe, dass man sich reichlich Gedanken darum gemacht hat. Wohin führt uns diese neue Medium? Gut, im Angesicht heutiger Entwicklungen wie dem Internet 1.0, 2.0, 3.0 usw. mag diese Frage banal erscheinen, aber auch damals war dies eine einschneidende Veränderung. Eine ganze Generation von MTV-Kindern wurde hervorgebracht, wie man damals schimpfte. Video killed the radio star! In diesen Kontext kann man den Film Videodrome ansatzweise einstufen. Dieses verstörende Machwerk eines Kanadiers, einem Kind der 80er. Videodrome ist eine Art Thriller, ein wenig Cyberpunk, aber ohne Computer, Hacker und Nerds. David Cronenberg bedient sich hier nur dem technischen Inventar des TV. Ein faszinierender Gedanke. Es stellen sich Fragen über Medien allgemein. Was transportieren sie? Welchen Einfluss gewinnen sie?


Die Welt von Videodrome

Mitten in den 80er Jahren lebt Max Renn, der Besitzer eines kleinen eigenen TV-Senders. Max Renn vertreibt in seinem Nischenkanal Material, das nur auf bestimmte Interessengruppen abzielt. Hauptsächlich pornographisches und Gewalt. Hierfür recherchiert er ständig nach neuen noch schockenderen Inhalten. Tatsächlich hat während der 80er Jahre eine Lockerung der Moral über Medien stattgefunden. Man bekam im TV zunehmend alles zu sehen. Und die Erfindung des Kasettenrecorders, sowie die wachsende Erschwinglichkeit von TV-Technik, machten es vielen Hobby-Filmern möglich, ihre Materialen unter die Leute zu bringen.


Pornografie, Gewalt … Snuff


 Bei seiner Suche stößt er eines Tages auf unaussprechliches. Filme, von deren Ausmaß an Gewalt er überwältigt ist. Diese Szenen werden über eine Piratenfreuqenz ausgestrahlt. Er ist fasziniert und möchte herausfinden, woher dieses Material kommt und wie er es auf seinem Kanal senden kann. Den einen oder anderen mögen diese Inhalte an den Film 8mm mit Nicolas Cage erinnern, indem solche Gewaltstreifen ebenfalls Mittelpunkt der Handlung sind.


Medien und Wirklichkeitsentzug


Mit der Entdeckung von Videodrome beginnt Max Renn zu halluzinieren. Diese Szenen sind stilbildend für den gesamten Film. Das Bild im TV scheint sich der 2-dimensionalen Darstellung zu entheben und beginnt körperlich zu werden. Max Renn ist wie magisch von diesen Erscheinungen angezogen, er träumt sich immer mehr in einen Rausch aus Gewalt und Unwirklichkeit. Dabei ist auch dem Zuschauer nicht mehr klar, wo die Grenzen liegen. Erotik und sexueller Exzess scheinen Hand in Hand mit Gewalt zu gehen. Jedenfalls fühlt sich Renn davon stark angezogen.  In seinen Visionen begegnet ihm ein Mann, es handelt sich um den Medienwissenschaftler Brian O´Blivion. Ihn kann er allerdings ausschließlich über den TV wahrnehmen und empfangen. Dabei ist auch hier nicht klar, ob dieser schon Teil der Welt von Videodrome, d.h. den Halluzinationen Renns ist. Es wird zunehmend klar, dass Brian O´Blivion längst tot ist, aber über das Videodrome-Signal mit Renn kommunizieren kann. Was für das Medien TV, nach dem Prinzip des bloßen “Empfangens” unmöglich ist.


Medienkritik und Verschwörung


Max Renn wird klar, dass er das Opfer einer Firma geworden ist, die mit Videodrome im Stande ist, die Menschen zu manipulieren. Nicht die Gewalt ist der Auslöser dafür, sondern ein subversives Signal, das einen Tumor im Gehirn des Rezipienten wachsen lässt. Es soll sich hierbei nicht um eine Krankheit handeln, sondern um die Herausbildung einer parallelen von Medien induzierten Welt. Die Menschen, die in der Lage sind diese wahrzunehmen, gehören zum “Neuen Fleisch”. Bezeichnend ist auch, dass Betroffene diese Wahrnehmung als eine Verbesserung ansehen. Teil einer neuen Spezies sozusagen.


TV kills!


Nicht nur das Entstehen eines gewaltinteressierten Publikums zeigt Cronenberg in Videodrome. Er zeigt in überzeichneter Weise den vernichtenden Einfluss von Medien, speziell des Fernsehens. Dabei entsteht in zweierlei Weise eine kritische Darstellung, zum einen werden Medien an sich kritisiert, zum anderen deren Konsument. Denn klar ist, ohne Konsumenten kein Angebot. Cronenberg zeigt aber ebenso in perfider Weise die Macht der Konzerne und die Ohnmacht des Konsumenten. Er wird nicht nur TV-süchtig, sondern regelrecht infiltriert. Welchen beängstigenden Stellenwert das Medium TV eingenommen hat, wird durch die Körperlichkeit klar. Max halluziniert atmende Videokassetten, sprechende Geräte und fühlt sich davon in hypnotisierender Weise hingezogen. Das Monster TV ist zum Lebewesen geworden, dass den Menschen auffrisst. Für Brian ist das TV mehr als ein reines Medium, er bezeichnet es als die zweite Netzhaut des Menschen, sozusagen ein erweiterter Sinn.
Zitat: “Alles was das Fernsehen zeigt sind neue Erfahrungen. Deswegen ist Fernsehen Realität. Realität ist nichts ohne Fernsehen.“


Aktualität des Films


Angesichts heutiger Entwicklungen mag Videodrome mit seiner TV-Welt altbacken erscheinen. Was ist heute die Macht des Fernsehens gegen die des Internets? Beängstigend ist vielleicht, dass die Macht dieses Medium viel weiter reicht, als zu seiner Zeit das TV. Wer weiß, was Cronenberg heute drehen würde, würde er sich medienkritisch mit dem Internet auseinandersetzen. Trotz der 80er-Jahre Retro-Medienkritik ist das Thema hochaktuell. Es geht im speziellen nicht um das TV an sich, sondern um die ungefragte Bereitschaft des Menschen, einfach alles zu konsumieren, ohne Rückfragen und schließlich zu antizipieren. Das bedeutet das Medium formt den Menschen, gibt dabei vor ihn zu imitieren und vereinnahmt ihn. Sicherlich eine sehr krasse Darstellung in abstrakter horror-artiger Manier. Schließlich ist die Botschaft, die Cronenbergs Film selbst transportiert möglicherweise selbst so subtil, wie das Videodrome-Signal um das es geht. Und das macht den Film sehenswert.

20.7.13

13th Floor (1999) - Josef Rusnak

Was ist die Wirklichkeit?

"Ego cogito ergo sum", heißt es in einer alten Weisheit der Philosophie nach René Descartes. Es bedeutet wir existieren, weil wir Denken, Handeln, Tun. Es geht also wie so oft in der Philosophie um die Frage des Seins. Was ist die Wirklichkeit? Warum existiere ich und wieso? Und so weiter... Der Mensch lebt demnach in dem Glauben, alles was er wahrnimmt und reflektieren kann sei wirklich. Das mag auch weitestgehend richtig sein. Hinter diesem Gedanken liegt auch die Möglichkeit, dass jeder seine eigene Vorstellung der Wirklichkeit hat. Damit wird jedoch nicht an einer allgemeinen Form der Wirklichkeit und Existenz gezweifelt. Weiter heißt es bei Descartes:

„Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“

Das heißt im Klartext, was auch immer ich aus meiner Position wahrnehme, der Beweis der Wirklichkeit bin doch immer noch ich, der diese Wahrnehmungen anstellt.

Die Wirklichkeit als Scheinwelt

Doch es gibt Denkansätze die einen solchen Erklärungsansatz in Frage stellen. Zumindest die persönliche Vorstellung der Wirklichkeit. Man denke hier an das Höhlengleichnis von Platon, das ich im Zusammenhang des Filmes Die Matrix schon mal erwähnt hatte. Hier leben Menschen in einer Welt, in der sie denken, handeln, ohne, dass diese in dem Sinne wirklich ist. Es ist eine Scheinwelt, aber dennoch existieren die Menschen darin wirklich. Um konkret über die Matrix zu sprechen: Neo ist Teil dieser Scheinwelt, ihm gelingt es sie zu hinterfragen und zu durchschauen. Er entdeckt, dass er wirklich ist, aber wohl die Welt um ihn herum eine falsche darstellt. Soweit so gut. Denn dieser Ansatz ist an dieser Stelle durch Descartes vertretbar.

The 13th Floor und oder die Matrix?

Im Film der 13.Flur (The 13th Floor) wird ein weitaus radikalerer Ansatz verfolgt. Und das, obwohl beide Filme sich einer Vorlage bedient haben, die sie dadurch auch in ihrer Geschichte ähnlich erscheinen lassen. Beide Filme bedienen sich beim Inventar von Gibsons Neuromancer und auch beim Science-Fiction Roman Simulacron-3. Der kleine aber feine Unterschied liegt hier aber in der Auslegung, wenn ich nochmal Descartes erwähnen darf. Im Roman Simulacron-3 geht es um eine Welt, die von Computern simuliert wird, in denen Menschen leben. In diesem Sinne ist diese Welt nicht wirklich. Wie auch in der Matrix. Doch in der Stadt von Simulacron-3, die durch ein System simuliert wird, sind nicht einmal die Menschen an sich wirklich. Sie sind die Einheiten in diesem System, das ebenso virtuell wie unwirklich ist.

Die Welt des 13th Floor

Der Programmierer Hannon Fuller hat eine lebensechte Simulation der Stadt Los Angeles aus dem Jahr 1937 nach dem Vorbild seiner Kindheitserinnerungen entwickelt. Die "Einheiten", die in dieser Simulation leben, wissen nichts von der Existenz dieser Simulation. Sie halten das eigene Leben, die Scheinwelt, für wirklich. Zu Beginn des Films wird diese Hauptfigur Fuller ermordet. Denn sie hat ein Geheimnis entdeckt. Und sein Partner aus der Firma, Douglas, macht sich auf den Weg es herauszufinden. Fuller hat ihm einen Brief in der Simulation hinterlassen. Auf der Suche in der Simulation, finden allmählich auch die Menschen im simulierten Los Angeles heraus, dass ihre Welt nicht echt ist. Denn wenn man an das Ende der Stadt Los Angeles reist, offenbart sich, dass die Simulation hier endet. Man sieht eine Matrix aus dreidimensionalen Modellen und Strukturen, die sich irgendwo im Nichts auflösen. Hier offenbart sich nun auch endgültig der Sinn des Filmtitels. Die Server der Simulation befinden sich im dreizehnten Stock eines Gebäudes. Die Welt in dieses Servern existiert genau genommen nicht. Im kulturellen Verständnis, oder besser gesagt im Aberglauben der Amerikaner, ist die Zahl 13 mit ihrem Unheil und ihrer Mystik so allgegenwärtig, dass die meisten Gebäude keinen 13. Stock besitzen. Wie auch viele Airlines keinen Sitz Nummer 13 haben. Damit ist der 13.Stock eine Art Nicht-Ort, wenn man so will. Das Interessante am Film offenbart sich aber an dieser Stelle erst noch. Die "Anleitung" das Ende der Welt und der Existenz zu entdecken funktioniert nämlich ebenso in der Welt, die über der simulierten existiert. Das heißt die vermeintliche Wirklichkeit. Douglas entdeckt, dass auch die eigene Welt eine Simulation ist, und das war das Geheimnis, das Fuller herausgefunden hatte.

Das Sein in der Unwirklichkeit der Matrix

Das Erstaunliche sind die Menschen in der Simulation, die Herausfinden, dass sie keine Menschen sind. Die Simulation scheint so perfekt zu sein, dass die Einheiten ebenso mit dem Wunsch nach Leben, einem regelrechten Vitalismus ausgestattet sind. Selbst als der Detective Larry McBain erfährt, dass er in einer Simulation lebt, ist sein Drang zu leben dennoch ungebrochen. Aber wie kann man in einer Welt existieren, von der man weiß, dass sie alles andere als wirklich ist und theoretisch mit einem Zug am Stromstecker aufgelöst werden kann? Die Welt über der Simulation wird damit zu einer gottgleichen Instanz der Schöpfung, die über Leben und Tod der Einheiten entscheiden kann. Na wenn das nicht der absolute Nihilismus des Seins ist! Alles ist sinnlos, nichts existiert und dennoch sind alle Einheiten Individuen mit denselben Ansprüchen, Reflexionen und Ängsten eines echten Menschen. Wenn man denn in diesem Zusammenhang überhaupt von echt sprechen kann. Es ist sogar so, dass die Einheiten der Welt so intelligent waren, eine eigene Simulation zu erschaffen.

Der Film hat ein Happy End, denn irgendwie gelingt es der simulierten Persönlichkeit von Douglas in die Realität zu kommen und dort seine Erfüllung in der Liebe zu einer Frau zu finden, die sich absurderweise in die simulierte Persönlichkeit von Douglas verliebt hat. Das reale Ich seines Körpers aber verachtet. Es findet hier sozusagen ein Switch der beiden Persönlkchkeiten statt. Damit liegen die Realität und die Simulation in einer engeren Verbindung zueinander, als man erwarten mag. Für den Zuschauer wird der Ausblick geschaffen, sich über das Sein und die Wirklichkeit Gedanken zu machen. Und das nicht in der Frage: "Lebe ich auch in der Matrix", sondern dahingehend, was wir selbst als wirklich erachten. Damit schließt sich wieder der Kreis zu Descarte. Ist etwas wirklich, nur weil ich in der Lage bin darüber zu reflektieren? Die Antwort lautet unbedingt! So wie für einen Wahnsinnigen seine Welt wirklich ist. Wir sind alle Teil einer Wirklichkeit, die von der Vorstellung jedes Einzelnen derselben existiert. Es gibt nicht "die wahre Wirklichkeit". Denn an dem Versuch diese zu Erkennen, beziehungsweise überhaupt kontrollierbar zu machen, sind schon viele Menschen gescheitert. Denn nicht selten offenbaren sich Zusammenhänge, die einem so unwirklich erscheinen, obwohl sie dennoch immer allgegenwärtig wahren, man sie aber aus der eigenen Welt heraus einfach nicht sehen konnte. Eine Sinnkrise zeichnet sich ab.

Verfilmung von Simulacron-3

Wie erwähnt bedienen sich die Filme Matrix und 13th Floor bei der Romanvorlage. Aber der Film 13th Floor ist in dem Sinne nichts neues. Es ist ein Remake eines alten Films des Prä-Cyberpunks der 60er Jahre von Rainer Werner Fassbinder. Vielleicht bekommt man ja nun auch Lust, sich in die ersten Jahre des Cyberpunks zu begeben. Interessant sind die alten Schinken der Science-Fiction allemal. Sie sind wie eine Zeitreise in das Inventar ihrer Zeit und in die Welt, die die damaligen Menschen für wirklich bzw. unwirklich hielten.

Info
Originaltitel The Thirteenth Floor
dt. Titel The 13th Floor – Bist du was du denkst? /
Abwärts in die Zukunft
Genre Science-Fiction-Thriller
Jahr 1999
Regie Josef Rusnak
Vorlage Simulacron-3
Stile Cyberpunk
ähnliche Filme Welt am Draht
Matrix
Tron
Neuromancer (Buch)

12.6.13

Nietzsche Rezeption in der Moderne

Nietzsche und die Moderne.
Der Philosoph Friedrich Nietzsche erlangte zur Zeit der Jahrhundertwende eine Breite Aufmerksamkeit bei der Gesellschaft. Er war bekannt in den Bereichen Psychologie, Philosophie und Literatur. Um 1900 kann man geradezu von einer Pflichtlektüre Nietzsches sprechen. 
Thomas Mann, Bertolt Brecht, Robert Musil, Franz Kafka, Arthur Schnitzler, Gottfried Benn, alle kannten sie seine Werke. 
Nietzsche erreichte es, dass sich Themen aus Werken wie Also sprach Zarathustra zu regelrechten Kernmotiven der Literatur der Moderne entwickelten. Er predigt den Literaten die Unmoral, das Rauschhafte, den Vitalismus und den berühmten Übermenschen, der nach Macht strebt. Seine Werke haben nicht umsonst Hochkultur in der Moderne. Es sind Themen die den Nerv der Zeit treffen. Und das auch schon vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Ein großer Umbruch der gesellschaftlichen und persönlichen Werte hat während der Moderne durch den Pluralismus bedingt begonnen. 

Pluralismus.
Der Pluralismus ist die Erscheinung der Moderne, die ein Legitimationsproblem in der Gesellschaft entstehen ließ. Im Grunde ist der Pluralismus die Möglichkeit, sich gegenseitig teilweise ausschließende Ansichten nebeneinander existieren zu lassen. Es ist also möglich nicht nur eine Geisteshaltung einzunehmen. Man erkennt, dass die Welt eine Vielzahl von Perspektiven annehmen kann, je nachdem welche man wählt, sei es in Normen und Lebenseinstellungen, der Berufswahl, der Moral oder dem Verständnis der Welt an sich. Deshalb spricht man im Zusammenhang mit Nietzsche auch vom Tod Gottes. Sein Nihilismus propagiert eine Sinnlosigkeit des Lebens, das heißt die Frage nach dem eigentlichen Sinn des Lebens wird bereits als sinnlos in Frage gestellt. Vitalismus steht für das Lebensbejahende, das mag zunächst paradox erscheinen, es meint allerdings das Leben als Selbstzweck. Man lebt um zu leben eine Vorstellung wie Religion oder Gedanken über höhere Sinnzusammenhänge finden in dieser Ansicht keinen Platz.
Führt man eine solche weiter, ergibt sich, dass die endlose Zahl an verschiedenen Leben, die man führen könnte und Ansichten und Möglichkeiten wie auch scheinbare Zusammenhänge die sich ergeben, einfach nicht kontrollierbar sind. Es stellt sich die Frage, ob in einem Chaos, das aus willkürlichen Beeinflussungen besteht, überhaupt einen Zusammenhang aufweist. 


Identitätskrise.
Damit gerät die Persönlichkeit eines jeden einzelnen Menschen in die Kritik. Als Vergleich kann man hier erwähnen, dass man einem an Schizophrenie erkrankten Menschen unterstellt, nicht etwa eine Vielzahl neuer Persönlichkeiten herausgebildet zu haben, sondern dass die zahlreichen Persönlichkeitsfacetten, die jeder Mensch besitzt in ein Ungleichgewicht geraten sind, beziehungsweise in nicht mehr kontrollierbar sind. Der Mensch wird dadurch unfähig zu leben. 
In der Moderne gibt es Literaten, die im übertragenden Sinne in jedem Menschen der Moderne eine solche Form des Bewusstseins wiedererkennen. Exemplarisch sollte hier Gottfried Benn erwähnt werden, der mit seiner Arztfigur Rönne (Novellen: Gehirne) eine solche pathologische Lebenseinstellung nachzeichnet. 
Es gibt auch andere Wege diese Unbewusstsein des Sinns literarisch zu verarbeiten. Eine unnachahmliche Ausprägung dieser Darstellung der unbekannten Macht, die alles in der Hand hat, liefert Franz Kafka. In seiner Literatur scheinen die Geheimnisse des Lebens auf einer höheren Macht zu beruhen der wir unterliegen. Nicht im Sinne eines höheren Schöpfers, es ist eher eine Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber allen unbekannten Zusammenhängen, die ihn umgeben. Seine Figuren kämpfen dagegen an, verlieren oder resignieren. Einmal offenbart sich diese Machtlosigkeit gegenüber einer undurchschaubaren Bürokratie (Der Prozess), oder sie sitzt scheinbar in einem unerreichbaren Teil der Welt, der die Geheimnisse weder erkennen noch aufdecken lässt (Das Schloss). 

Der Chandos-Brief
Manche Schriftsteller gehen mit ihrer Skepsis so weit, dass sie an der Sprache an sich zweifeln. Kann die Sprache die Wirklichkeit überhaupt angemessen wiedergeben? Behindert möglicherweise die Erfassung der Welt durch die Sprache unsere Wahrnehmung? Man spricht hier auch von einer aufkommenden Sprachverzweiflung/Sprachskepsis. 
Der Chandos-Brief von Hugo von Hofmannsthal gilt hier als literarisches Zeugnis des Gesamtproblems. Hier führt ein Brief von Francis Bacon an einen Lord Chandos zur Offenbarung der Krise. Ihm sei für sein literarisches Schaffen die Fähigkeit abhanden gekommen, über irgendetwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen. Ein klagt über ein geistlos und gedankenloses Dasein. 


Sinnkrise in den Strömungen der Literatur
Diese macht sich in zahlreichen Werken der Literatur bemerkbar und nimmt ganz eigene Formen, je nach Strömung an. Die Dadaisten beispielsweise verwenden eine eigentlich Sinnentleerte Sprache durch Form- und Lautgedichte. 
Der Surrealismus beispielsweise ist Einstellung, die sich völlig der Willkür und dem Unbewusstsein hinzugeben scheint. Der Sinn wird hier im Unbewussten des Menschen gesucht. Ein Werk was in diesem Bereich große Aufmerksamkeit erlangt hat, waren die Theorien vom Psychologen Freud zum Unbewussten des Menschen. 
Der Naturalismus sucht die Zusammenhänge in der Natur des Menschen, in der Biologie wie auch den allgemeinen Umständen, die ihn beeinflussen. 
Der Expressionismus setzt sich in einer Weise mit dieser Krise auseinander, die diese Krise immer wieder zum Kernthema macht. Die Sinnlosigkeit wird als Verlust empfunden, aber ebenso als für die Moderne charakteristisch und natürlich. Ein Ventil wie auch Ausdrucksmittel hierfür ist die Form. Vor allem die Lyrik feiert im Expressionismus einen großen Aufstieg. 
In allen entstehenden Strömungen der Literatur experimentiert man mit neuen Perspektiven zur Findung einer neuen, den Umständen adäquaten Ausdrucksform.

Gedicht 1886 - Gottfried Benn


Im folgenden soll das Gedicht "1886" vom Expressionisten Gottfried Benn näher untersucht werden. Unter dem Aspekt auch allgemeingültige Aussagen über seine Lyrik und die der Moderne und dem Expressionismus zu treffen. [Leider kann ich das Gedicht selbst aus Urheberrechtsgründen nicht zur Verfügung stellen]
Das Gedicht von Benn entstand 1944. Zusammengefasst ist es eine Biographie. Die Formgestaltung bedient sich dabei der Collage, einer Form die bis dato in der Lyrik ungewöhnlich ist. Bevor ich auf den Text selbst eingehe, werde ich noch ein paar allgemeine Zusammenhänge und Rahmenbedingungen skizzieren.


Moderne sprengt lyrische Formen


Bis in die Moderne, die etwa um 1900 in Deutschland in der Literatur beginnt, überwiegen klassisches Pathos und strenge Formen die Literatur. Doch bereits der Naturalismus hat damit begonnen neue Formen in die strenge Lyrik vergangener Jahrhunderte einzuführen. Ein absoluter ist hier Arno Holz mit seiner "Revolution der Lyrik". Er forderte eine Annäherung an einen natürlichen Rhythmus der Sprache. Diese Vorstellung liegt beispielsweise der strengen Form des Sonettes fern. Hier werden Metrum, Reim und Strophenzahl streng vorgeschrieben. Man versuchte in der Moderne sich von Formen wie dieser abzuwenden. Die Begründung dafür liegt ihm neuen Lebensgefühl der Moderne. Sie versteht sich als eine vorwärtsgewandte Lebenshaltung, die den absoluten Anspruch an das Leben in der Gegenwart stellt. Konzepte wie die Formsprache des Mittelalters oder der Antike ließen sich damit nicht vereinbaren. 

Neue Formen


So entdeckte die Moderne eine Menge neuer Formen für sich. Man experimentierte und es bildeten sich im Wesentlichen zwei Lager heraus. Die rückwärtsgewandten Renaissancen, die nicht so recht mit der Vergangenheit brechen wollten. Sie versuchten alte Formen in die Gegenwart zu übertragen. Ein Beispiel hierfür sind beispielsweise die Anhänger des Symbolismus. Bei diesem Lager der Autoren handelt es sich zwar dem Inhalt nach um moderne Literatur. Die Form nimmt aber Bezug auf vergangenes. Diese Haltung wurde von den konsequent modernen Autoren verächtlich als Epigonentum bezeichnet. Nach ihrer Ansicht lassen sich Geisteshaltungen der Klassik und Antike nicht mehr in der Moderne nachweisen. Die Folge sei eine Delegitimierung von Form und Inhalt. Eine Literatur, die dies nicht akzeptiere kann damit keine reale sein. Sie verliert sich im Nachhängen an der Vergangenheit. Dies wird unter anderem dem Symbolismus in gewisser Weise vorgeworfen.
Die Avantgarden versuchten stattdessen den absoluten Modernismus auszuleben und alles neue zu probieren. Auch die Form der Collage wie in diesem Gedicht Benns ist ein solcher Ausdruck dieses Modernismus. 

Form Gottfried Benns 1886

Es handelt sich beim Gedichts Benns um ein Montagegedicht. Es setzt sich aus Textteilen einer Zeitung zusammen. Doch die Textteile stehen in keinem willkürlichen Verhältnis zueinander. In ihrer Gesamtheit und Konstellation geben sie die Ereignisse des Geburtsjahres Gottfried Benns wieder. Dadurch, dass Benn diese Texte quasi aus zweiter Hand nimmt, entziehen sie sich der Subjektivität. Was nicht bedeutet, dass sie nicht expressiv sein können. Es handelt sich damit um eine erlebnishafte Schilderung der Umstände um Benns Geburt im Jahr 1886. Der Bruch mit der Vergangenheit ist überdeutlich. Was zuvor als durchkomponiertes Gesamtkunstwerk erstrahle, wird hier auf den Inhalt einer Zeitung reduziert. 
Auffallend ist jedoch der Eingang des Gedichtes. Er beginnt mit der Schilderung allgemeiner Sachverhalte wie dem Wetter. Denkt man hier an die Lyrik des Mittelalters mit ihren Natureingängen in der Minnelyrik so lassen sich möglicherweise Parallelen entdecken. 
Die Leistung ein Gesamtkunstwerk entstehen zu lassen wird in diesem Gedicht scheinbar nicht  mehr vom Autor selbst vollbracht, sondern vom Leser. Er stellt assoziativ und semantisch einen Zusammenhang zwischen den Textzeilen her. Damit steht sich in der Form der Gegensatz von Heterogenität und Homogenität gegenüber. Dabei werden auch Effekte der Ironie erzeugt, wenn bestimmte Zeilen des Gedichtes aufeinander treffen.


Weiteres über Benn

Benn gehört zu den interessantesten Expressionisten der Literatur. Er war einer der wenigen Autoren, die auch nach dem Jahrzehnt des Expressionismus etwa 1910 bis 1920 weiter experimentierten, als andere Autoren die Strömung bereits als ideologisch überholt aufgaben. Er gilt als der Entwickler der "absoluten Prosa". Dabei handelt es sich um eine Verwendung der Sprache, die in der Lage ist sich eigene Konstrukte zu schaffen, eine eigene Welt wenn man so will, in der alles so logisch, geschlossen und widerspruchsfrei ist, wie das Individuum sich dies für den Aufbau einer konsistenten Identität erhofft. Damit ist er einer der Autoren, die sehr aktiv an der Gestaltung moderner Lyrik mitgewirkt haben. Auch im Bereich der Epik, die von Expressionisten relativ selten bearbeitet wurde, gilt er als ein Wegbereiter moderner Erzählkunst. Besonders hervorheben möchte ich die Novellensammlung "Gehirne" auf die möglicherweise noch eingegangen wird.

19.5.13

Moskau - Sergei Alexandrowitsch Jessenin



Mein treuer Hund, du liegst schon unterm Grase. 
Längst unbewohnt, bist du mein Vaterhaus. 
Ja hier, in Moskau, auf der Straße, 
Hauch ich, wenns Gott will, meine Seele aus. 

Ja, ich lieb Moskau, diese Stadt: verquollen.
Und versumpft, nun ja, und matt. 
Moskau, so schläfrig und so golden, 
Wie deine Kuppeln, bist mir Ruhestatt. 

Ich gehe nächtens unterm Monde, 
In seinem Licht wie Teufelsschein, 
und torkle durch die Gasse, die gewohnte. 
In meiner Kneipe kehr ich ein.

Laut geht es zu in meiner Kneipe, 
und nachtlang, bis es Morgen wird, 
les ich den Huren vor, das was ich schreibe, 
mit Gaunern gönne ich mir Sprit.

Mein treuer Hund, du liegst schon unterm Grase. 
Längst unbewohnt, bist du mein Vaterhaus. 
Ja hier, in Moskau, auf der Straße, 
hauch ich, wenns Gott will, meine Seele aus.


Von einem der auszog, in die großen Städte

Dieses Gedicht vom russischen Poeten Есенин (Jessenin auf Wikipedia) zeigt deutlich die Kluft, die zwischen dem Leben in der Großstadt und dem auf dem Lande klafft. Während das Landleben geprägt ist von Ruhe und Geborgenheit, sammelt das lyrische Ich in dem Gewimmel der Großstadt Moskau Erfahrungen, die fernab seines alten Lebens liegen. Wenn von der Heimat die Rede ist, spricht es vom Vaterhaus, dem treuen Hund und seinen Wurzeln. Doch es verlässt diese Heimat. Im weiteren Verlauf wird die Entscheidung des lyrischen Ichs, diesen Hort zu verlassen, immer unsinniger von Seiten des Lesers. Denn anscheinend erfährt es in Moskau ein Leben, das in seiner Form neuartig ist, aber keine Zukunft hat. Hier wird von Exzess und Rausch berichtet, von Spelunken und Ganoven. Den Reiz den diese Stadt ausstrahlt, scheint überwältigend zu sein. In der zweiten Strophe, die damit beginnt, sie in groben Zügen darzustellen, ist von einer "Ruhestatt" die Rede. Ein Begriff, der zunächst nur implizieren mag, dass es dem lyrischen Ich hier gut geht, weil es davon ausgeht, hier bis zum Ende seines Lebens zu verweilen.
Die Faszination die von der Stadt ausgeht, mit ihrem Sumpf voll Lastern und Gefahren, ist dabei absurderweise neutral bis positiv konnotiert. In keiner Verszeile ist zu erkennen, dass das Individuum den einhergehenden Verlust der alten Identität, den Tausch von Heimat und Leben gegen Untergang, in irgendeiner Form zu bedauern scheint. Es spricht hier eine Stimme, die man dem Pathos der Jahrhundertwende zur Zeit der Urbanisierung zuordnen kann. Zwar handelt es sich um kein Gedicht des Expressionismus, aber definitiv um einen Vorreiter, was das Gefühl betrifft und natürlich auch in der Wahl des Großstadtmotivs,  das im Expressionismus seinen Ausdruck gefunden hat.



Zum Leben des Autors

Auch der Dichter selbst, scheint eine zerrissene Persönlichkeit besessen zu haben. Er starb am 28. Dezember 1925, auf unnatürliche Weise, in einem Moskauer Hotel. Die Umstände seines Todes sind derart zwiespältig, dass sich mittlerweile Mythen rund um seine Person ranken. Das stalinistische Russland war bestrebt, die Umstände seines Todes aufzuklären. Sogar der KGB arbeitete an diesem Fall. Die gesuchten Schuldigen wurden auch gefunden, dennoch lässt die Arbeitsweise, die im roten Russland vom Geheimdienst gepflegt wurde, alle Zweifel offen. 
Der Selbstmord des Autors scheint sehr wahrscheinlich, da er diesen mehr als einmal in seinen Gedichten ankündigte. Dieses und andere Gedichte sind oftmals Zeuge seiner eigenen Biographie geworden. Der Selbstbezug ist groß. Wie in russischer Literatur üblich, wie ich finde, bringen seine Texte viel Leidenschaft und Emotion zum Ausdruck. Diese Eigenschaft, die man den Russen nachsagt, ist geradezu stilisiert worden. Man spricht von der "geheimnisvollen russischen Seele". Selbst in der Forschung der Kulturwissenschaft hat diese These Niederschlag gefunden. Ein russischer Politiker soll mal gesagt haben, der Mythos der russischen Seele sei eine Ausrede zur Rechtfertigung von Melancholie und Trinksucht. 
Nichtsdestotrotz spricht Jessenin eine emotionale und pathetische Sprache, eine die für den deutschen Expressionismus der 20er typisch geworden ist. Ein Aufschrei des Leides und ebenso eine Passivität desselben. Wenn nicht sogar ein aktives Ausleben leidvoller Erfahrungen. Man spricht hier ja auch oft von der Ästhetik des Hässlichen in der Moderne. Denn das Bild, das Jessenin hier zeichnet ist nicht positiv. Es schmerzt ihn, ohne dass er bestrebt ist, dagegen anzukämpfen. 

Wer mehr über den Autor und die näheren Umstände seines Lebens lesen möchte, sollte Planetlyrik besuchen.



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Lyrik für alle - Sergei Alexandrowitsch Jessenin


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Gattaca (1997) - Andrew Nicol

Gattaca Andrew nicol dna dns
Leistung und Perfektion.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Diese Tatsache dürfte wohl keinem entgangen sein. Wir haben Technik, die uns Aufgaben abnimmt und uns damit noch Leistungsfähiger macht. Gentechnik erwächst zur Normalität, auch wenn möglicherweise noch ethische Bedenken im Weg stehen. Aber wohin kann uns diese Entwicklung führen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Film Gattaca . 
Er macht den genetischen Perfektionismus zur Voraussetzung eines "normalen Lebens". Schon vor der Geburt bestimmt man, inwiefern der Mensch biologisch determiniert ist. Damit existieren in dem Sinne keine natürlichen Geburten mehr. Ganz im Sinne der Darwinschen Theorie des Überlebens des Stärksten. Man weiß nicht nur woran du sterben wirst und wann, auch welche Neigungen du hast wie Alkoholismus, sowie Rückschlüsse auf deinen Charakter. Aber ist denn unsere Genetik wirklich so deterministisch? Das weiß bis heute genau genommen niemand. 


genetischer Determinismus?
Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass sie uns weit weniger bestimmt, als wir annehmen. Denn sie liefert nur den Grundstein des Lebens, ob jemand an etwas erkrankt oder dergleichen, hängt immer noch davon ab, wie er damit umgeht. Und das ist und bleibt immer noch Willenssache.
Ganz nebenbei ist der Filmtitel Gattaca aus den Buchstaben zusammengesetzt, mit denen man in der Wissenschaft die 4 Bestandteile unserer genetischen Informationen benannt hat. Guanin, Cytosin, Adenosin und Tymin. Natürlich ist das keine zufällige Anspielung.

Die Leistungs-Klassengesellschaft.
Nichtsdestotrotz geht der Film Gattaca das Gedankenspiel des genetischen Perfektionismus einmal durch. Und diese Zukunft schein alles andere als rosig. Denn jemand der auf natürlichem Wege geboren wird, scheidet als zu fehlerhaft aus. Ein Mensch definiert sich nicht, wie in vielleicht der heutigen Gesellschaft, über Bildung und Vermögen. Es sind die Gene, die unseren Stand in der Gesellschaft bestimmen. Eine Klassengesellschaft auf biologischer Basis sozusagen. Was wohl die großen Sozialisten davon gehalten hätten? Denn der Faktor Reichtum und Dekadenz wäre damit abgeschafft. Es zählt die reine Leistung, die du im Laufe deines Lebens erbringen kannst. Und diese wird hier als absolut verstanden. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.



Totalitarismus.
Denn es besteht immer noch die Möglichkeit aus dem Wettkampf unerwartet auszusteigen. Durch einen Unfall beispielsweise. Jerome Eugene Morrow (Jude Law) verkörpert diese Sorte Mensch im Film. Er ist leistungsfähig, im Sinne der Klassen perfekt, doch er erleidet einen Unfall. Den engagierten Vincent Freeman (Ethan Hawke) hat es schwerer getroffen. Er wurde auf natürlichem Wege geboren und trotz seiner großen Aufopferung gelingt es ihm nicht, ohne Hilfe aufzusteigen. Mit Hilfe von Morrows Identität soll es ihm gelingen, bis in die obere Elite aufzusteigen. Doch das totalitäre System aus genetischer Überwachung hat zahlreiche Sicherheitsbarrieren. Wie soll man seine Identität verschleiern, wenn man sie über kleinste Bestandteile seines Körpers jedem preisgibt? So beginnt eine Jagd zwischen dem System und Freeman, die er nur verlieren kann. Doch es kommt anders, er durchbricht das System mit seinen Engagement und erfüllt sich den Traum Gattaca zu verlassen. Damit wird das System an sich relativiert. Und der zum Anfang des Artikels angesprochene Wille kommt zum Tragen. 

Genre.
Der Film zeichnet damit ein düsteres Bild einer perfektionistischen Gesellschaft und bedient damit das Genre der Dystopie, einem Subgenre der Science-Fiction. Trotzdessen hat die Geschichte des Filmes auf mich sehr plausibel gewirkt. Doch man sollte hoffen, dass es eine düstere Vision bleiben wird. 

16.5.13

Science-Fiction

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Die Science-Fiction ist ein Genre, das aus der Literatur entstanden ist. Und dort hat es bereits eine lange Tradition. Schon die Werke des Romantikers E.T.A Hofmann (1776-1822) werden als Erstlinge des Genres Science-Fiktion angesehen. Bezeichnend ist hier beispielsweise die Erzählung Der Sandmann (1816) indem sich Nathanael in Olimpia verliebt, die sich später als Automat entpuppt. Was E.T.A. Hofmann hier als Automat bezeichnet, wird erst Jahrhunderte später durch den technischen Fortschritt überhaupt erst möglich.
Angefacht wurden die Fantasien Hofmanns beispielsweise durch Erfinden, wie die der Mechaniker Henri Maillardet oder Pierre Jaquet-Droz. Sie gelten als Erfinder der ersten Roboter. Sie konstruierten Puppen, die durch Mechanik in der Lage waren zu schreiben. Diese Erfindungen müssen seinerzeit sehr große Aufmerksamkeit erregt haben.
Die unbestimmte Zukunft, das Unbekannte und Fremde scheint als seither den Menschen zu faszinieren. Und spätestens seit Jules Verne ist ein Genre entstanden, das aus heutiger Sicht kaum noch wegzudenken ist. 
Das Spiel mit dem Möglichen und Unmöglichen lässt alle Barrieren und Grenzen des Denkens verschwinden. Es enstehen Welten, die auf eigenen oder unseren eigenen Gesetzen basieren. 
Auch wenn die Phantastik ein wichtiger Bestandteil des Genres ist, so sind die Welten, die
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darum entstehen uns ähnlicher als man zunächst annehmen mag. Denn eine solche Zukunft wird immer auf dem Grund der Realität oder des Vergangenen konstruiert. Dadurch entstehen witzigerweise Geschichten, denen der Stempel der Zeit in der sie entstanden, stärker aufgedrückt wurde, als die Autoren möglicherweise vermochten. Der fast schon klassische Film Die Zeitmaschine (1960) lässt relativ gut seinen Entstehungszeitraum erkennen. Ein besseres Beispiel ist vielleicht die Filmreihe Zurück in die Zukunft (1985-1990). In diesen Filmen, in denen es sich primär um das Reisen durch die Zeit dreht, ist es doch erstaunlich, wie stark die Zukunft den 80er-Jahren ähnelt. 
Das ist ganz natürlich. Denn wie soll man es sich etwas vorstellen können, dass es noch nie gegeben hat. In keiner Form. So ist die Science-Fiction auch immer ein Kind ihrer Zeit und der aktuellen Probleme. Sie nimmt die Funktion eines Spiegels ein, in dem man weiterdenkt und konstruiert. Eine Was-wäre-wenn-Situation. Dies macht unter anderem eine Komponente der Science-Fiction aus.
Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind vielfältig, wenn nicht sogar unendlich. Denn das macht schließlich das Genre aus. Dennoch versucht man, die Science-Fiction zu kategorisieren. Dabei haben sich im Wesentlichen folgende grobe Strukturen herausgebildet:
Neben der erwähnten Zuspitzung von aktuellen Verhältnissen existieren weitere Wege das Zukünftige zu konstruieren. Ein häufiger, der wohl möglich den meisten sofort einfallen würde, ist die Begegnung mit außerirdischem Leben. Doch auch dies ist im Grunde genommen eine Vorstellung, die wahrscheinlich erst durch das Möglichwerden der Raumfahrt entstanden ist. Im selben Bereich bewegen sich auch Reisen ins All und oder das Entdecken neuen Lebens, statt der Invasion. Beispiele gibt es zahlreiche, wie The Abyss (1989) oder 2001: Odyssee im Weltraum (1968).
Eine weitere Variante, die aus heutiger Sicht ebenso an Beliebtheit gewonnen hat, ist der Prometheus-Topos, die Vorstellung eines Übermenschen. Wie der Begriff deutlich macht, ist dies eine sehr alte Vorstellung. Sie existiert bereits seit der Antike und ist Teil der antiken Mythologie und wurde seither in mannigfacher Weise verarbeitet. In diese Sparte ist beispielsweise E.T.A. Hofmanns Der Sandmann einzuordnen. In der Antike waren die Übermenschen Helden von göttlichem Ausmaß, die sich der Natur scheinbar entheben und unglaubliches schaffen. Heute treten diese Übermenschen zumeist in Form von Robotern oder Mischwesen aus Mensch und Maschine in Erscheinung. Der Cyberpunk, ein Subgenre der Science-Fiction widmet sich ausgiebig den Themen der Grenzauflösung von Mensch, Maschine und Technik. 
Eine weitere Spielart der Science-Fiction sind Untergangsszenarien. Und auch hier lassen sich Realbeispiele zur Genüge finden. Natürlich ist diese Variante von der Realität, makabrerweise inspiriert. Denn die Angst der Menschen, sei es vor dem Fremden, oder wie im Falle des Krieges, dem Bekannten, ist eine unerschöpfliche Quelle von Untergangsszenarien. 
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Die letzte Kategorie sind wie angedeutet Zeitreisen. Sie sind von der Wissenschaft angeregt. Aber auch vom Wunsch der Menschen, alles kontrollieren und beeinflussen zu können. Möglicherweise wieder ein Hinweis auf den Prometheus-Komplex, der Teil unseres Antriebs ist. Denn Zeitreisen gehören ebenfalls zum Urgestein der Science-Fiction und begeistern seit jeher das Publikum. 
Es geht also bei der Science-Fiction um das Fremde, das Kontrafaktische, das Faszinierende. Dabei erhebt der Zuschauer oder Leser den Anspruch überzeugt zu werden und eintauchen zu können. Die Welt darf, oder soll unrealistisch sein, muss aber in ihrer Art und Weise überzeugen. Die konstruierte Realität muss sich beweisen, als existiere sie wirklich. Im Film wird hier mit allerlei Tricks gearbeitet. Wo man in den 70ern noch mit Modellen und Miniaturen wie in Star Wars: Krieg der Sterne (1978) arbeitete, setzt man heute auf computergestütze Effekte und 3D-Animation. Ohne Special-Effects kommt heute keine Film mehr aus. Dadurch werden oftmals noch vielfältigere Gedankenspiele möglich, die sich zudem noch visuell abbilden lass und damit noch mehr das Eintauchen in die Fremde ermöglichen. 
Doch so fremd diese Geschichten auch immer auf uns wirken mögen. Sie sind immer Teil unserer aktuellen Probleme und verkörpern den Zeitgeist. Ihr Bezug dazu öffnet nicht selten eine philosopische Komponente, die es erlaubt mit einem Abstand aus einer fremden Welt auf unsere zu blicken. 

14.5.13

Cyberpunk/Tech-Noir


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Tech-Noir (oder auch Cyberpunk) ist ein Subgenre der Science-Fiction, das sich vor allem in den 80er-Jahren entwickelte. Der Begriff Cyberpunk geht auf den Amerikaner Bruce Bethke zurück. Das Genre hat sich aus der Ästhetik des Film-Noir und der Hard-Boiled Literatur entwickelt und ist damit gleichermaßen ein Phänomen des Films, wie auch der Literatur. 
Die Menschen leben in einer Welt, in der die Grenzen zwischen digitaler und realer Lebenswelt völlig verwischt sind. Doch das Verwischen wird keineswegs als Verlust von Identität erfahren. Man erlebt es als faszinierend von den physischen Grenzen den Geist zu lösen und diesen damit im Prinzip unsterblich zu machen. Wer vielleicht etwas vor dem Genre der Science-Fiction auf Grund von mittlerweile anhaltender Stereotyper Figuren und Geschichten abgeschreckt ist, gleichzeitig aber Interesse an Gangstergeschichten und gescheiterten Persönlichkeiten findet, sollte sich von diesem Genre angezogen fühlen. Die Gangster in diesem Genre sind Hacker, Geeks, Datendiebe, Freaks und Großkonzerne im Zeitalter der Informationstechnik.


Gibson und der Cyberspace
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Der berühmteste Vertreter, oder sagen wir der Begründer dieses Genres, ist der Roman Neuromancer von William Gibson. Erstaunlicherweise ergründet Gibson ein Terrain, das in den 80er-Jahren noch relativ unerforscht war. Zumindest aus technischer Sicht. Denn Begriffe wie virtuelle Realität, die durch die heutige Technik möglich ist, war damals nicht bekannt. Gibson soll nicht mal einen Computer besessen haben, sondern schuf seine Erzählungen rein aus seiner Kraft der Imagination.
Ihm gelang es sogar durch seine Romantrilogie (Neuromancer, Mona Lisa Overdrive, Count Zero/Biochips), den Begriff Cyberspace in den allgemeinen Sprachgebrauch zu übertragen. Dieser Begriff ist mittlerweile selbstverständlich und meint so viel wie Steuern durch den Raum. Und Räume sind genau das, was die Technik in diesem Genre unendlich erschaffen kann. Das Genre verwendet als zentrale Metapher den Computer und stellt sie dar, als technische Traummaschinen, die dem Mensch die völlige physische Entgrenzung ermöglichen. 

cyberpunk, neuromancer, tech-noirliterarische Einflüsse auf den Film
Zu den bekanntesten Vertretern im Film gehört die populäre Produktion The Matrix, die nebenbei gesagt zahlreiche Anleihen bei Gibson macht. Beispielsweise der Begriff der Matrix, einem weltumspannenden Netzwerk, dass dem Menschen durch die Verbindung zu seinem Gehirn, als konsensuelle Halluzination dargeboten wird. Eine Art künstlicher Raum, indem der Mensch, ähnlich der Realität agieren kann. In dem Film The Matrix handelt es sich aber genau gesagt, nicht um eine konsensuelle Halluzination, da die Menschen sich dieser nicht direkt bewusst sind. Ich möchte hier auch mal an die Nähe der Handlung von The Matrix zum Höhlengleichnis von Platon verweisen. Denn hier verlässt ein Mensch erstmals die Höhle der Täuschungen und Schatten und ist überwältigt vom Anblick der Wahrheit in Form des Sonnenlichtes. Übertragen auf die Geschichte von Neo, erblickt er die Realität, die jenseits der Matrix existiert. Sein gewählter Weg macht es ihm unmöglich jemals wieder in die Scheinwelt einzutauchen. Ebenso ist es schwierig die darin lebenden Menschen davon zu überzeugen, da diese Welt für sie natürlich und schlüssig ist. Der ausgetretene erscheint nunmehr als ein Geblendeter, ein Verrückter, den im Angesicht der "Wahrheit" der Wahnsinn ergriffen zu haben scheint. 


Vorreiter im Film der 80er-Jahre
Zu den ersten Vorreitern des Cyberpunk im Film gehört unter anderem auch Disneys TRON (1982), der bereits zahlreiche ästhetische Gestaltungsmöglichkeiten vorweg nimmt. Auch hier konstruiert der Regisseur eine Welt, hinter dem Bildschirm. Grenzen sind ohne weiteres überschreitbar.
tron cyberpunk tech noir film Auch diese Welt im surrealen virtuellen Raum besitzt seine Abgründe und Nischen für Wesen des Widerstandes gegen die Allmacht. Der Film galt für seine Zeit als ästhetische Revolution. Entgegen der Meinung, alles sei gemäß dem neuen Genre computeranimiert worden, handelt es sich um fast reine Handarbeit. Mit aufwendigen Verfahren, hat man Bild für Bild des Filmes nachbelichtet und mit verschiedenen Filtern und Layern übereinander gearbeitet. Die Optik des Films ist bis heute einmalig, auch wenn dies aus heutiger Sicht vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen wäre. Mittlerweile gibt es bereits einen Nachfolger des Filmes Tron Legacy (2010), der versucht an den ersten Erfolg anzuknüpfen. Dabei kann der Film allerdings, wie auch sein Vorgänger auch, durch keine besonders gute Handlung bestechen. Der Fokus liegt auf der Ästhetik, die nach wie vor faszinierend wirkt. 

Stilmerkmale Cyberpunk
Aber auch in diesem kleinen Subgenre des Cyberpunk finden sich bereits herausgebildete Stereotypen, die sich anhand folgender Motive und Erscheinungen zusammenfassen lässt: Implantate im Körper, Bioprotetik, Polizeistaat, Allmacht der Großunternehmen, kriminelle Unterwelten, Drogen und künstliche Intelligenz. 

sf-noir, cyberpunk, max headroomInsgesamt erinnert das Genre Cyberpunk damit stark an den klassischen Film-Noir, jedoch mehr in der Gestaltung der Handlung und der Personen als in der Ästhetik eines Schwarz-Weiß-Filmes (bis auf Paris 2054 [2006]). Die Utopie, die das Genre durch die Science-Fiction ermöglicht, wird zur Spielwiese von möglichen Gesellschaftsveränderungen. Damit werden kritisch-parodistische Stimmen laut wie im Film Brazil (1985). Zu weiteren Werken, die unter der Prämisse dieses Genres stehen, oder zumindest Anleihen benutzen gehören: Blade Runner (1982), Robocop (1987), Jonny Mnemonic (1980, eine weitere Verfilmung einer Kurzgeschichte Gibsons, die auch in Neuromancer Erwähnung findet) und die Serie Max Headroom (1985). Insgesamt sind die Einflüsse heute sehr vielfältig geworden. Wie auch im Genre des klassischen Noir, ist es zu einer Art ästhetischem Prinzip geworden. Das heißt, statt das Genre völlig zu bedienen werden meist Anleihen bei der Form, Darstellung oder Inhalt gemacht. Selbstverständlich lebt vor allem die Computerspiele-Branche vom Cyberpunk/Tech-Noir, der Teil vieler Hintergrundgeschichten in Spielen ist. Wie beispielsweise der japanische Ghost in the Shell (Film 1989). Zu diesem Film existieren auch Videospiele, die man Cyberpunk/Tech-Noir-Begeisterten nur empfehlen kann. Ich erinnere mich noch gut an ein PSX-Spiel.

Ethik und Cyberpunk
Cyberpunk wird im heutigen Kontext auch immer mehr zur ethischen Frage. So gibt es mittlerweile Menschen, die technischen Modifikationen an ihrem Körper tragen. Genau genommen ist ein Hörgerät bereits eine Modifikation, die den Menschen befähigen kann, mehr zu leisten als ein Mensch ohne solche Gerätschaften (filtern von Geräuschen/ Lärm,     Farben hören etc.). 
Die Frage die man sich zu Recht stellt, ist wann man aufhört "Mensch" zu sein. Welcher grad an androiden Teilen ist vertretbar. Ein schönes Zitat zum Thema ist ein Gedanke aus dem Film Der Mieter, der genau genommen gar nichts mit Cyberpunk zu tun hat. Doch das Zitat ist hier treffend:

"Man schneidet mir meinen Arm ab. Ich sage: ich und mein Arm. Dann schneiden sie mir den andern Arm ab. Ich sage: das bin ich und meine beiden Arme. Dann schneiden sie mir den Kopf ab. Und was sage ich dann? Ich und mein Kopf? Mit welchem Recht bildet sich mein Kopf ein er wäre ich?"

Hier dazu ein paar Artikel:
Links:

weiterführende Literatur:

[1] Schmundt, Hilmar: Modems, Mythen, Neuromantik. Die Cyberpunkliteratur erschafft ein Archetypeninventar für das digitale Zeitalter. 
[2] Bay, Wolfgang: Die Unität des natürlich-künstlichen Menschen. GRIN 2006. 
[3] Neumann, Thomas: Mensch und Maschine in William Gibsons 'Neuromancer'. GRIN 2006.
[4] Zberg, Ueli: The Matrix - Analogon zu Platons Höhlengleichnis? GRIN 2012.