Einführung:
Wolfgang Borchert ist sowas wie ein Sonderfall, wenn man mich fragt. Er gehört zu den wenigen Autoren neben Gottfried Benn, die dem Expressionismus auf eine Art treu geblieben sind. Während für viele Autoren der Expressionismus "überwunden" wurde, spätestens mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus, der eine Repression der alten Kunstformen einleitete.Borcherts Zeit
Programmatisch ist hier das Gedicht Inventur von Günter Eich. Es beschreibt in einer sehr trockenen Sprache die Dinge, die dem Menschen der Nachkriegszeit als Besitz geblieben sind. Im Fall des lyrischen Ichs sind es nicht mehr Dinge als Anziehsachen, Rasierzeug und ein Stift. Besitztümer, die banaler und ärmlicher nicht sein können. So steht bei vielen Künstlern der Neuen Sachlichkeit die Frage im Raum: "Was ist dem Menschen der Nachkriegszeit geblieben, außer dem Sein selbst?"
In diesem Interieur bewegte sich ebenso der Schriftsteller Borchert. Eine solche Tendenz ist ebenso in seinen Texten herauszulesen. Doch mit dem Expressionismus hat er nicht abgeschlossen. Geschichte wiederholt sich, sagt man immer. Und so steht die Menschheit nach 27 Jahren wieder vor einem Haufen Scherben, den es aufzulesen gilt. Doch was lässt sich daraus überhaupt noch zusammensetzen?







