Literatur des Expressionismus Robert Musil

dynamisch

"Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen, wie Menschen." [R. Musil]

Stilmittel des Expressionismus Friedrich Nietzsche

transitiv

"Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizont hat, so wird der innerste Wille selbst unruhig." [Nietzsche]

Literatur des Expressionismus

laut

"In einer Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung." [O. Wilde]

Bertolt Brecht und der Stil des Expressionismus

berauschend

"In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung." [B. Brecht]

expressionistische Literatur

lebendig

"Fragend, findet man die Stadt. [Anonym]"

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22.3.13

Kino/Film der 80er

Jedes Jahrzehnt bietet uns seinen eigenen Stil, seine eigene Sprache und Darstellung des Films. Auch die technischen Entwicklungen der jeweiligen Zeit machen sich in den Kinofilmen bemerkbar. Von diesen waren die 80er Jahre geradezu beflügelt. Während man im Kino der 70er noch erste Gehversuche feierte (wie Star Wars), so scheint es, als ob das folgende Jahrzehnt voll im Bann der Computertechnik steht. Sowohl in Bezug auf die neuen Möglichkeiten, wie auch die Themen und Motive, um die sich die Filme der 80er drehen. 

Es ist das Jahrzehnt vieler neuer Genres wie dem Cyberpunk. Nebenher erfreut sich die Generation auch an einem Unterhaltungskino, dessen Helden heute paradigmatisch für eine Generation stehen. Niemand hat die großen Streifen mit Größen wie Sylvester Stallone (Rocky, Over the top, Cliffhanger) und Al Pacino (Scarface) vergessen. Heute haben sie Trash- und Kultstatus erreicht. 

Die Themen des Kinos der 80er sind zu vielschichtig, als dass man sie hier im Detail vorstellen könnte. Respektiv erscheinen die Filme aber alle in einem Licht. Sie bieten uns atemberaubende Bilder, es gibt viel Action, die jede eitle Tiefsinnigkeit vergangener Filme vergisst. Doch so flach, wie das Kino der 80er zu sein scheint, ist es in keinem Fall. Hinter aufwendigen Produktionen, die vor allem durch Bildgewalt bestechen, stehen oftmals tiefgründige Geschichten, die aber durch ihren vordergründigen Unterhaltungswert in den Hintergrund gerückt sind. 

Das Thema technischer Fortschritt manifestiert sich aber nicht nur in den Special Effects. Auffallend viele Regisseure und Drehbuchautoren wollen sich tiefer mit diesem Thema auseinandersetzen. Dabei gehen sie visionär an ihre Stoffe und lassen in ihren Welten keine Grenzen zu. Es entstehen eine Reihe von Filmen, die das angehende Zeitalter der Computerisierung in sich aufsaugen und alle erdenklichen Szenarien konstruieren. Filme wie Terminator (1984) oder Robocop (1987) sind hier ein Paradebeispiel. Aber auch in vielen anderen Streifen versucht man sich eine Zukunft vorzustellen, die den Menschen zum Greifen nahe scheint. Fliegende Autos, Mensch-Maschinen und Cyberspace. 

Damit wächst in den 80ern immer mehr das Interesse an einem Kino der Illusionen, in denen alle Grenzen aufgelöst werden können. Denn erstmals erscheint es möglich alles darzustellen, alles auszuprobieren, auf der Leinwand wohlgemerkt. Dadurch feiert immer wieder vor allem die Science-Fiction eine gewaltige Blüte. In den 80ern entstanden heutige Klassiker wie:

Aliens (1986), Total Recall (1990), Dune (1984), Star Wars Episonde 4 (1983), E.T. der Außerirdische (1982) und Zurück in die Zukunft (1985). Diese Filme bieten mit ihrer Handlung erstmalig den Raum für gewaltige Bildfeuerwerke und ausgiebigen Experimenten mit Spezialeffekten. Auch im Genre der Actionfilme, die sich in der 80ern sehr großer Beliebtheit erfreuen, wird davon Gebrauch gemacht. 

Verantwortlich für diese Entwicklungen sind vor allem die Filme Hollywoods. Hier sind die Größen Spielberg und George Lucas zu nennen. Denn wie auch heute, sind für derartige Effekte unglaubliche Mengen Kapital erforderlich, weshalb es für kleine Studios kaum möglich war, in den 80ern mit den atemberaubenden Bildern Hollywoods mitzuhalten. Damit gewann der Film vor allem an ästhetischer Qualität und es lassen sich auch unzählige Beispiele finden, in denen nur auf diesen Aspekt das Augenmerk gelegt wurde. Man probierte sich aus und der Zuschauer wurde süchtig nach den sich immer wieder übertreffenden Effekten der großen Kinos. Heute hat sich an diesem Umstand meiner Meinung nach wenig geändert. Insgesamt finde ich das ein wenig Schade, denn Animationstechnik ist heute eine erschwingliche Sache geworden, sodass der Fokus ein wenig mehr auf die Qualität der Geschichten, die der Film erzählt gelenkt werden könnte. Das Kino der achtziger Jahre markiert für mich die Geburt eines reinen Unterhaltungskinos, das versucht, nur noch durch Bildkraft zu bestechen. 
Doch die Oberflächlichkeit des Filmes der achtziger Jahre kann auch zum Trugbild werden. David Lynch dreht seinen Blue Velvet (1985). Ein Film, der den Zuschauer bewusst durch die Bildkraft der Filme der 80er irre führt. Lynch zu seinem Film: "er führt unter die Oberfläche einer amerikanischen Kleinstadt, aber es ist auch eine Reise ins Unbewusstsein oder an einen Ort, wo man mit Dingen konfrontiert wird, denen man sich normalerweise nicht stellt."
Damit obliegt die Entscheidung ganz allein beim Zuschauer, wie viel er aus dem Kino der 80er-Jahre herausliest. Denn Oberflächen zeigen zwar offensichtliches, verbergen aber auch Wesentliches. 

21.1.12

Eraserhead (1977) - David Lynch

David Lynch Eraserhead
Es handelt sich bei Eraserhead um das Erstlingswerk David Lynchs, abgesehen von seinen Kurzfilmen. Auch dieser Film scheint ein Experiment zu sein, in dem er sich dem Film nach Manier des Surrealismus widmet. Bereits in diesem frühen Film finden sich typische Elemente anderer Lynchfilme, wie die unlineare Erzählweise und die scheinbar assoziativ hergestellte Kette an Bildeindrücken. Untermalt wird der Film von einer Tonspur, die in bedrückender Weise eine Geräuschkulisse abbildet. Dabei wirken vor allem tiefe Töne und Hintergrundgeräusche sehr in den Vordergrund gerückt. Womit Hintergrundgeräusche eine stärkere Präsenz bewirken. Die Aneinanderreihung von Szenen, die Zusammenhänge der Handlung wirken absurd und surreal. Der Beginn des Films scheint eine Metapher darzustellen, indem eine Geburt oder ein Geschlechtsakt symbolisch durch die Abbildung körperlicher Vorgänge abgebildet wird. Danach wird die Hauptfigur Henry (Jack Nance) eingeführt. Vom Aussehen erinnert er tatsächlich an einen Eraserhead, wenn man sich an dieser Stelle die Ähnlichkeit mit dem Kopf eines Bleistiftes vergegenwärtigt. 

Surrealismus und Großstadt im FilmDie Figuren im Film interagieren in einer äußerst verstörenden Weise miteinander. Während sich die Dialoge teilweise auf einem relativen Bezug zur Wirklichkeit bewegen, scheinen die Mimiken und Gestiken der Figuren, die Handlung in eine besondere Richtung der Absurdität zu lenken. Der Ausdruck der Figuren, insbesondere der Hauptfigur wirkt verängstigt, angespannt und hilflos. Diesen Eindruck vermitteln auch die Figuren späterer Lynchfilme. Die Dialoge sind spärlich, als wüssten die jeweiligen Dialogpartner genau um ihre Lage, trotzdessen sie die Zusammenhänge ihrer Lebenswelt nicht zu erfassen vermögen.
Eraserhead als surrealistischer Film mit Einflüssen des ExpressionismusIn der Darstellungsart ist der Film ebenso abstrakt gehalten. Lynch begnügt sich hier mit einer Darstellung in schwarz-weiß, was zusätzlich der Abstraktion Rechnung trägt. Insgesamt wirkt die Erzählung wie eine Montage aus stereotypen Erlebnissen, nimmt man beispielsweise die Einladung der Eltern seiner Freundin, oder seine Sorgen, nachdem ein Kind mit ihr in sein Leben tritt. An für sich handelt es sich um gewöhnliche und gebräuchliche Szenarien eines Lebens, jedoch werden diese durch bestimmte Elemente verfremdet. Das rührt vor allem von der teilweise assoziativ hergestellten Verbindung der Einzelszenen, die eine sehr lose ist. Dies sind Elemente für die Lynch in seinen späteren Filmen ebenso bekannt geworden ist. Die Darstellung des scheinbar normalen in einem völlig anderen Licht und in der Verzweiflung und Angespanntheit seiner Charaktere. 
Lynch Großstadt Expressionismus
Es wird deutlich, dass es sich hier keinesfalls um einen Film der üblichen Art handelt. Und auch wenn Lynch Anleihen beim Surrealistischen Film gemacht hat, wie "un chien andalou" von Luis Buñuel, so wird doch klar dass Lynch hier seine ganz eigene Vorstellung von Surrealismus verwirklicht, die mit derer der klassischen Surrealisten nicht viel gemein hat. Er propagiert gewissermaßen einen Surrealismus in Form des Alltagswahnsinns, der die Charaktere in einer durchdringenden Weise überfordert. Ebenso wie den Zuschauer, weshalb ich hier von einem eher experimentellen Film spreche, da er in seinem Grad der Abstraktion geradezu untauglich geworden ist. Untauglich im Sinne eines unterhaltenden oder auch bildenden Filmes. Er wird zu einer Denkaufgabe, die sich als unlösbar herausstellt.
Eraserhead Lynch Expressionismus
Auch dem Großstadtmotiv kommt hier eine Rolle zu. Henrys Lebensraum ist eine von Industrie durchdrungene Stadt, die aber alles andere als wirklich erscheint. Auch in der Straßen spiegelt sich dieselbe Vergegenwärtigung der Angst und des psychischen Drucks auf die Gemüter der Figuren wieder. Wie bereits erwähnt werden die Szenen von Lynch von einer großstadtartigen Geräuschkulissen unterlegt. Diese gleicht wohl am ehesten einer Nachterfahrung in Industriegebieten, Bahnhöfen und leeren Seitengassen. 
[IMDB]   [YOUTUBE]   [WIKIPEDIA]