Literatur des Expressionismus Robert Musil

dynamisch

"Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen, wie Menschen." [R. Musil]

Stilmittel des Expressionismus Friedrich Nietzsche

transitiv

"Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizont hat, so wird der innerste Wille selbst unruhig." [Nietzsche]

Literatur des Expressionismus

laut

"In einer Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung." [O. Wilde]

Bertolt Brecht und der Stil des Expressionismus

berauschend

"In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung." [B. Brecht]

expressionistische Literatur

lebendig

"Fragend, findet man die Stadt. [Anonym]"

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12.4.13

City Farming

Auf und über den Dächern der Stadt: 
Der britische Naturforscher Darwin hat einmal gesagt: "Alles was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand." Ob eine solche Aussage, im heutigen Kontext, noch als wahr zu gelten hat, ist fraglich. Längst bedient sich die Forschung in Bereichen der Biologie und Genetik, neuer und bisweilen sogar als klassisch zu bezeichnenden Theorien, um sich der Natur habhaft zu machen.  Ob wir uns den Grenzen dieser Entwicklungen bewusst sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. 
Unsere künstliche Welt wächst, und mit ihr der ständige Nahrungsbedarf. Es ist kein Geheimnis mehr, dass man bereits an Strategien arbeitet, einer zukünftigen "Übervölkerung der Erde" entgegen zu wirken. Manche, wie auch ich, halte solche Szenarien für unmöglich. Wie soll schließlich die Menschheit, die Erde überbevölkern, wenn von vornherein ein Versorgungsproblem stattfindet. Aber Studien wollen herausgefunden haben, dass unser Bedarf in 40 jahren an Lebensmitteln um 60 Prozent steigen wird. Irgendwie muss man also Herr der Lage werden. Denn ohne Versorgung, kein Nachwuchs. Schon Thomas Robert Malthus hat gezeigt, wie leicht man irren kann. Woher wissen wir, wovon wir in Jahrhunderten leben werden.
Doch es spielt bereits, in einigen Großstädten der Welt, eine Zukunftsmusik, die vielversprechend klingt. Möglicherweise auch für die Ökofreaks unter den Städtern. Seit Jahren entwickelt man, und das mittlerweile erfolgreich, an Konzepten, die Stadt selbst, - wieder - zum Land zu machen. Die künstliche Erweiterung der Lebensräume durch Hochhäuser, legt ebenso nahe, völlig autonome Räume zu schaffen. Was im Film noch als gespenstische Zukunftsvision
à la Arkologie daherkommt, ist schon realer, als man denken mag. 
Pflanzen wachsen und Gedeihen auf den Dächern unserer Hochhäuser. Und das mithilfe gereinigten Abwassers, von dem die Großstadt mehr als genug erzeugt, und der Abwärme der Gebäude. Zusätzlich wird CO2 durch die Pflanzen gebunden. 
Was man dort plant, ist eine vollständige "urbane Landwirtschaft". Schon das Wort beinhaltet eigentlich einen Widerspruch. In Deutschland träumt man noch, aber anderorts wird schon fleißig experimentiert. Die Vorteile sind klar. Einerseits verarbeitet man die Energie, die die Großstadt in Form von Wärme abgibt. Der Kreislauf wird um einen Schritt mehr geschlossen.  Außerdem ist der Weg zum Verbraucher kürzer. Es sinken also zudem Transport-, Lager- und damit Produktionskosten. Und im Prinzip ist jeder, der auf seinem Balkon Tomaten und anderes Gemüse züchtet, schon ein kleiner städtischer Gärtner. Diese einfache Bestrebung urbaner Schrebergärtner wurde einfach nur weitergedacht. Selbstverständlich handelt es sich um Konzepte und Visionen. Aber einen Bedarf scheint es tatsächlich zu geben, oder es entwickelt sich gerade ein solcher. Laut einer Studie beteiligen sich bereits 800 Millionen Menschen an urbaner Landwirtschaft. Was genau und Beteiligung zu verstehen ist, kann ich an dieser Stelle auch nur erahnen. Jedenfalls klingt es ganz schön wichtig!
Das ganze ist auch ein riesiger Arbeitsmarkt. Und die Bauern sind auch nicht mehr so alleine. Vielleicht spielen sich schon bald einschlägige Serien über einsame Single-Bauern auf den Dächern New Yorks ab. Es werde grüner auf den Dächern unserer Großstädte!

19.1.13

Marc Augé - Nicht-Orte

Einführung:

 Marc Augé, ein französischer Anthropologe und Ethnologe, hat vor einigen Jahren ein interessantes Buch herausgebracht. Es setzt sich mit dem Leben der modernen Gesellschaft auseinander. Er beschreibt aus Sicht eines Anthropologen ein Phänomen, das uns allen wohl bekannt ist. Er beschreibt aus philosophischer Sicht die Entstehung sogenannter Nicht-Orte. 

Der Begriff des Nicht-Ortes

Orte in denen Menschen, Tag aus Tag ein, auf der Durchreise sind. Es sind die zahlreichen Supermärkte, Parkplätze, Flughäfen und Bahnhöfe, in die wir täglich strömen und doch nicht zu Hause sind. Es sind Orte des Lebens. Jeder der täglich in ihnen unterwegs ist, kennt sie in- und auswendig, entwickelt ein Gefühl der Gewohnheit. Und besonders nachts, oder wenn einer dieser Orte sich seinem eigentlichen Zweck entzogen hat, zeigt sich das Problem der Identitätslosigkeit. Sie wirken bekannt, aber in dieser Funktionslosigkeit dennoch wie ein Geisterort. So wie ein Ort durch seine Identität gekennzeichnet ist, seine Geschichte und Relation. So sind die Nicht-Orte durch die Abwesenheit solcher Eigenschaften gekennzeichnet. Die Nicht-Orte besitzen keine Geschichte. Sie sind in diesem Sinne nicht natürlich entstanden. Man erschuf sie, um einen Zweck zu verfolgen. Ist dieser Zweck verloren, wird er zu einem Ort, an dem allenfalls noch der Verfall dieser kurzen Geschichte zu beobachten ist. Nur das Zusammentreffen am Nicht-Ort lässt eine flüchtige Identität entstehen. Die alle anwesenden Menschen implizit miteinander teilen. Sie sind das Maß unserer Zeit meint Augé. Denn für Augé zeigt sich daraus eine ganz neue Gesellschaftsdynamik. Sie charakterisiert sich durch ein Übermaß an Raum, an der Überfülle und der Endzahl der Ereignisse.

Die Post-Post-Moderne 

Das Übermaß durch Raum kommt durch die Unbegrenztheit zustande. Die modernen Transportmittel erlauben uns unseren Lebensraum überall hin auszuweiten, nahezu unendlich. Das gilt mehr für das Individuum allein, als für die gesamte Menschheit. Dieses Übermaß an allem bezeichnet er als Über-Moderne oder Post-Post-Moderne. Ich verstehe darin aber keine Weiterentwicklung des Konzeptes der Postmoderne. Ich sehe in dieser Einstellung mehr einen Rückschritt zu den Ansichten der Moderne zu Beginn der Jahrhundertwende um 1900. Da war man der Ansicht, die Menschheit sei verrückt geworden, sie entwickelt sich überschnell und erschließt Bereiche, die den Menschen überfordern, ihn kaputt machen. Es liegt hier also eine negative Sicht vor, oder zumindest eine, die sich an vergangenem orientiert. Damit wird die Moderne zwar erkannt, aber dennoch gemessen am Geschehenen. Man bezeichnete diese Umwälzung der Gesellschaft als Identitätsverlust, wenn auch nicht in allen Kreisen. Augé setzt aber mit seiner Ansicht an die Expressionisten der Moderne an. Auch diese haben bereits von ähnlichen Vorstellungen gesprochen. Der Identitätsverlust wird bei ihnen negativ konnotiert. Womit man gleichzeitig eine Art Antimoderne heraufbeschwört. Auch wenn dieser Verlust zu großen Teilen bejaht wird. Eine Weiterentwicklung ist somit für mich nicht erkennbar. Vielleicht ist er einfach ein Epigone der Moderne geblieben. Neben diesen Ansichten zur Moderne, oder besser gesagt, zur Epoche in der wir zu leben glauben, liefert er aber seine wirklich neuen Ausführungen zu den besagten Nicht-Orten. Seine Gedanken gehen teilweise stark ins Abstrakte und bewegen sich ein wenig in Richtung Mystifizierung. Ich würde den Text mehr als philosophische Schrift ansehen, als als eine durchgängig wissenschaftliche Arbeit. Sie liefert dennoch kleine Denkimpulse, die in jedem Fall ihre Begründung in der Realität finden.


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